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Eine Niederlage, die sich wie ein Sieg anfühlt

An der 5.Ringernacht vom vergangenen Samstag überzeugte das Team des Ringerclub Oberriet-Grabs mit fulminanten Leistungen. Trotzdem gewinnt die Ringerriege Brunnen sehr knapp mit 21:19 Punkten – das Team um Trainer David Maia darf aber stolz auf sich sein. Denn so knapp war es gegen Brunnen, den Sieger der letztjährigen Saison, in den letzten sechs verlorenen Begegnungen noch nie. Ein einziger abgegebener Punkt im letzten Kampf entschied letztendlich über Remis oder Niederlage.

Dieser Kampf forderte die letzten Reserven von Andreas Vetsch


Ein harziger Beginn unter tosendem Applaus

Nachdem im leichtesten Gewicht kein Ringer zur Verfügung stand, verschenkte der RCOG gleich zu Beginn vier wertvolle Punkte. Danach kam ein Debut auf der Matte: Pirmin Good, ein Schwinger aus Mels trat im Ringen an. Obwohl sich Good voll einsetzte und gut stand, hatte er gegen den erfahrenen Bruno Gisler dann doch nichts zu melden. 8:0 für Brunnen. Fast sah es dann so aus, als würde Nicolas Steiger dem auch nichts entgegensetzen können, er lief zweimal in den Konter, Sergio Gamma aus Brunnen holte sich 10 Punkte, Steiger hatte noch keine und drehte nun den Spiess um. Unter den Zurufen und dem frenetischen Applaus in der voll besetzten MZH Burgwies kämpfte er sich zurück, lag mit 14:16 knapp hinten, als es ihm gelang den Schwyzer auf die Schulter zu legen. Die Fans jubelten und johlten, der Saal kochte. So schnell kann sich das Blatt wenden – dachte sich wohl auch Marc Kirchhofer. Der RCOG-Leihringer aus Thalheim hatte es mit einem passiven Gegner zu tun. Er liess sich aber nicht verunsichern, holte Punkt um Punkt und gewann. Weitere wichtige Punkte gingen somit auf das Mannschaftskonto, nun stand es 7:9. Auch den letzten Kampf vor der Pause bestritt ein Leihringer: Christian Wittenwiler aus Kriessern zeigte wieder einmal eine überzeugende Leistung und holte weitere drei Punkte für Oberriet. Zur Pause stand es nun völlig ausgeglichen 10:10 – und dies bei diesem Start.

 

Der Kapitän musste zu Null gewinnen

Nach der Pause blieb der Kampfwille der Rheintaler ungebrochen. Sie kämpften und konnten wichtige Punkte holen. So siegte zwar Ilir Fetahu bei seinem starken Kampf nicht, konnte aber einen wichtigen Punkt auf dem Mannschaftskonto vermerken. Er hatte es mit einem Doppellizenzringer zu tun, der normalerweise in der HUTTER Premium League kämpft.  Danach folgten zwei schnelle Kämpfe: Flavio Freuler liess seinem Gegner kaum Zeit zu Atmen zu kommen und nach einigen Durchdrehern siegt er mit Technischer Überlegenheit. Raphael Baumgartner bekam einen starken Gegner, den Innerschweizer Christian Zemp. Baumgartner began sehr stark, kann aber nicht Punkten: Plötzlich geht dann alles ganz schnell, Zemp dreht in mehrfach und der Kampf ist vorbei. Ähnlich geht es auch Dominik Steiger, der dem Gegner zwar Punkte abnehmen kann, aber einen schnellen und aggressiven Kampf zu bestehen hat. Sein Gegner wird mehrfach mündlich verwarnt und Steiger erhält sogar einen Punkt gesprochen. Trotzdem macht Büeler immer weiter Punkte und siegt schlussendlich. Vor dem letzten Kampf steht es nun 16:20. Jeder der rechnen kann weiss, Unentschieden ist nur dann möglich, wenn Andreas Vetsch, der Kapitän der Mannschaft entweder einen Schultersieg schafft oder aber keinen Punkt abgibt. Alle verfolgen gespannt den Nervenkrieg auf der Matte: Vetsch scheint sich davon nicht beeindrucken zu lassen, holt kontinuierlich Punkte 2:0, 4:0, 8:0, 10:0 und dann ist Pause. Das Publikum ist zu Anfeuerungskanons übergegangen. Die Stimmung im Saal ist zum Zerreissen gespannt. Dann muss Sämi Fuchs wegen Passivität in die Bank, Vetsch gelingen noch einmal zwei Punkte. Dieser Kampf verlangt den beiden die letzten Kraftreserven ab und es scheint nur eine Frage der Zeit, bis Fuchs zum Angriff übergeht. 17 Sekunden vor Schluss dann das unvermeidliche: Fuchs holt einen Punkt. Somit verliert der RCOG diesen Kampf mit 19:21, aber der frenetische Schlussapplaus zeigt, dass die Zuschauer wissen, wie viel ihre Ringer geleistet haben. Andreas Vetsch ist natürlich enttäuscht, analysiert aber bereits Minuten später den Kampf: „Fuchs musste nur einen Punkt machen – er wusste ich bin im Zugzwang. Bis zur Pause verlief es super, dann wurden meine Arme und Beine blau und übersäuerten. Ausserdem waren wir beide komplett nass und dabei einen guten Griff zu machen, vor allem wenn der Gegner so kompakt steht, wie Sämi, dann wird es schwer.“

 

Trotz allem – eine tolle Leistung

Nach sechs Niederlagen folgt nun die siebte gegen Brunnen, diese wissen nun aber definitiv, dass mit dem Ringerclub Oberriet-Grabs gerechnet werden muss. Nun stehen drei Clubs gemeinsam zuoberst auf dem Treppchen, der RCOG, Brunnen und auch Weinfelden, die gegen Thalheim siegten. Die weitere Saison wird zeigen, ob eine komplette und wie Samstag voll motivierte Mannschaft des RCOG den Titelverteidigern aus Brunnen gefährlich werden kann. Der heutige Abend hat auf jeden Fall gezeigt, dass die Schwyzer um ihren Titel werden kämpfen müssen, denn die jungen Wilden des RCOG werden es ihnen auf keinen Fall einfach machen. Nach der ersten Enttäuschung sieht dies auch Kapitän Andreas Vetsch so: „Die Moral der Mannschaft stimmt, wir haben auch heute eigentlich nichts falsch gemacht. Da nun beide Mannschaften vier Punkte haben, geht es für beide bei Null weiter. Unser Ziel ist es die nächsten beiden Rückrunden gegen Ufhusen und Weinfelden zu gewinnen. Dann werden wir sehen, wie es gegen Brunnen weitergeht.“ Der Präsident des Ringerclub Oberriet-Grabs, Daniel Steiger doppelt nach: „Wir haben heute eine tadellose Leistung gezeigt, leider hat das Happyend noch gefehlt. Es zeigt aber, dass wir auf dem richtigen Weg sind – nur leider sind wir noch zu wenig breit.“ Damit meint der Präsident die fehlenden bzw. schwach besetzten Gewichte. Die Saison ist noch jung, der Trainerstab wird seine Lehren ziehen und wir schauen gespannt auf den Kampf gegen den TV Ufhusen am nächsten Samstag – dieses Mal wieder in der Bildstöcklihalle in Oberriet.

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